Therapie:
1. Allergenkarenz:
Manchmal ist es unumgänglich, die auslösenden
Allergene zu meiden; so wird beispielsweise das Ent-
fernen von Zimmerpflanzen und Tierhaaren Ihr Problem
lösen. Oder ein "Encasing" von Hausstaubmilben-Aus-
scheidungen lindert Ihre Beschwerden.
Informatives: Allergologie-Indoor
2. SIT:
Bei ubiquitär vorkommenden Allergenen ist eine Meidung
nicht möglich. Hier bietet sich eine spezifische Immun-
therapie SIT (frühere Bezeichnungen: Hypo-
sensibilisierung, Desensibilisierung) an. Gerade bei Atem-
wegsallergien wie dem Heuschnupfen wird der
Organismus gegen die allergieauslösenden Substanzen,
z.B. Pollen, durch wiederholte Injektionen "geimpft". Die
Heilungsrate beträgt z.B. beim Heuschnupfen bis zu
90%! Je früher die Therapie erfolgt umso wirkungsvoller.
Wir behandeln deshalb Kinder ab dem 5.Lebensjahr,
Schmerzen bereiten die Impfungen nicht! Auch die
Möglichkeit einer sublingualen Immuntherapie (SLIT;
hierbei wird das Antigen unter die Zunge getropft
oder als Tablette unter die Zunge gelegt.)
besteht; internationale Studien belegen auch hier eine
hohe Effektivität! Impfen ist besser als an irreversiblem
Asthma zu leiden, welches konsekutiv bei 40-60% der an
Heuschnupfen erkrankten Patienten im Laufe der Zeit
eintritt.
3. Antihistaminika:
Hier werden sog. H1-Blocker zur symptomatischen Be-
handlung gegen Ihren Heuschnupfen, Hautallergie,
Nahrungsmittelallergie u.v.m. gebraucht. Diese Arznei-
mittel haben in ihrer neuesten Generation mitunter
weniger Nebenwirkungen als eine alternative Therapie!
4. Antikörper
Der rekombinante monoklonale Antikörper Omalizumab (Xolair ® ) bindet spezifisch an freies IgE (die Allergie auslösende Immunsubstanz) und unterbricht hiermit die allergische Reaktion am Beginn der Immunreaktion. Eine Zulassung liegt bisher nur für das allergische Asthma vor, denkbar wäre eine Zulassungsausweitung auf andere Erkrankungen des allergischen Formenkreises (Neurodermitis, Heuschnupfen etc.). Eine gleichzeitige spezifische Immuntherapie schliesst sich nicht aus, wird vielmehr gefordert!
5. Alternative Therapie:
Auch die "sanfte Medizin" hat ihre Indikationen bei der
Behandlung von Allergien. Hier sind die Akupunktur und
Naturheilmittel zu nennen.
6. Zukünftige Therapien:
Zukünftig werden wir mit hochgereinigten Bruchstücken
von Eiweißmolekülen oder sogar mit nackter DNA (Erb-
substanz) die spezifische Immuntherapie durchführen.
Ein weiterer Anstieg der Erfolgsquoten wird hierdurch
erfolgen. Neue sublinguale (unter die Zunge zu legende) Therapieverfahren wurden entwickelt, um eine effektive Heimtherapie ohne die manchmal lästige und zeitraubende Spritze vorzulegen. Das Präparat Grazax® (umgangssprachlich: Grastablette) wurde bereits für die Immuntherapie der Gräser zugelassen; weitere Allergene wie z.B. Hausstaubmilben werden zukünftig ebenfalls in diese Tablettenform gebracht. |