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    info@dr-reinauer.com
  • Informatives: Genußmittel+Haut
    "Jedes Ding ist Gift und kein Ding ist Gift. Allein die Dosis macht, daß ein Ding Gift ist"

    Dieses Zitat von Paracelsus (1493 - 1541) beschreibt, daß Arzneimittel eigentlich Gifte beinhalten; nur in der richtigen Dosierung helfen sie, in einer Überdosierung sind sie toxisch und machen krank.

    Ähnlich verhält es sich mit den Genußgiften!
    Anhand einiger Beispiele sollen hier die Auswirkungen der zwei Genußmittel Nikotin und Alkohol auf die Haut dargestellt werden.

    1. Nikotin
    Natürlich verursacht das Rauchen Lungenkrebs! An dieser Stelle sollen jedoch nur die Folgen des übermässigen Rauchens auf die Haut besprochen werden.

    Warnhinweis auf Zigarettenpackung Die neuen EU-weiten Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen sind jedem ein Begriff. So findet man mitunter: "Rauchen lässt Ihre Haut altern!" Tatsächlich spielt das Rauchen eine entscheidende Rolle in der vorzeitig induzierten Hautalterung. Das typische Rauchergesicht entsteht bei starken Rauchern: Tiefe Falten durch-
    ziehen ausgemergelte Gesichtszüge, die Wangenknochen treten hervor, das Haut-
    kolorit wechselt ins Gräuliche oder Röt-
    liche. Das Risiko der Faltenentstehung ist bei Rauchern durch Elastizitätsverlust um bis zum 5fachen erhöht!

    Durch eine verschlechterte Durchblutung der Haut ist die Wundheilung verschlechtert. So finden sich bei starken Rauchern vermehrt Infektionen und unschöne Narben nach operativen Eingriffen. Es wird daher ein Rauchverzicht 1-3 Wochen vor und 1-3 Wochen nach dem operativen Eingriff empfohlen.

    Ein enger Zusammenhang besteht zwischen dem Rauchen und bläschenbildenden Erkrankungen der Hände und Füsse (Dyshidrotisches Ekzem, Pustulosis). Eine Erklärung hierfür gibt es bislang nicht.

    Auch die häufigsten dermatologischen Erkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis), atopische Dermatitis (Neuro-
    dermitis) und Acne werden durch Rauchen verschlechtert.

    Das Krebsrisiko der Haut und der Munschleimhaut wird um ein Vielfaches erhöht, gerade in Verbindung mit Alkoholika. Auch der Verlauf der Krebserkrankung wird erheblich in seiner Prognose verschlechtert. Hier vermögen evtl. Ein-
    flüsse auf das Immunsystem sowie phototoxische Effekte des Zigarettenrauches eine Rolle zu spielen.

    Allergischer Formenkreis
    Wir kennen den schädlichen Effekt des kindlichen Passiv-
    rauchens auf die Asthmaentstehung; neu sind Unter-
    suchungsergebnisse zu einem erhöhten Risiko der Ekzem-
    bildung bei Kindern.

    Ein häufiges Problem der Nikotinentwöhnungs-Pflastern sind allergische Reaktionen auf die Klebematerialien. Aber auch Nikotin selbst kann eine Kontaktsensibilisierung her-
    vorrufen! Zudem erhöht das Rauchen das Risiko einer Sen-
    sibilisierung auf andere Materialien. Der Duftstoff Perubalsam steht im Mittelpunkt des Interesses der Allergologen auf-
    grund seiner zunehmenden Allergisierungsrate; so findet man es in einem Großteil aller Zigaretten als Geschmacks-
    zusatz
    (Informatives: Allergologie-Kontaktallergie).

    2. Alkohol
    Alkoholika werden seit altersher nicht nur aus Genuss getrunken, sondern sogar als Arzneimittel benutzt. Ein grosses Problem unserer Zeit ist der enorme Anstieg der Zahlen von Alkoholkranken, die an Leber-
    erkrankungen
    versterben. Gibt es auch Auswirkungen des Alkoholes auf die Haut?
    Wein

    Im fortgeschrittenen Stadium der Alkoholkrankheit werden spezifische Hautzeichen sichtbar. So kennen wir eine Rötung der Handinnenflächen (Palmarerythem) und spinnennetz-
    und korkenzieherartige Gefäßzeichnungen im Brustbereich. Das Gesichtskolorit ist rötlich, durch Gefäßneubildungen kann ein Flush-Phänomen entstehen.

    Ursächlich kann Alkohol bei der Gesichtserkrankung Rosacea (Kupferfinne) eine Rolle spielen, es gipfelt im Formenkreis des knollenförmigen Rhinophymes, der sog. Säufernase.

    Eine Leberzirrhose kündigt sich im Vorfeld durch unerträg-
    lichen Juckreiz und Gelbfärbung der Haut an, später färbt sich die Haut eher bräunlich.

    Das Risiko der Entstehung von spinocellulären Carcinomen (Plattenepithel-Krebs) steigt im Bereich der Haut und Schleimhäute enorm an. Hierbei hat der Zigarettenrauch einen synergistischen Effekt.

    Nutritive Mangelerscheinungen treten bei Alkoholikern auf. So leiden diese an Vitamin B1,2,6 und B12, Vitamin A und E-Mangel. Hierdruch entstehen eine Vielzahl sekundärer Er-
    krankungen nicht nur der Haut.
    Bei alkoholkranken Männern entsteht eine Abnahme der Libido und Potenz durch Zunahme weiblicher Hormone; sogar Verweiblichungen wie Brustwachstum können auf-
    treten.

    Die Porphyria cutanea tarda (PCT) ist eine Erkrankung des fortgeschrittenen Alkoholikers, bei der in Kombination mit Lichteinstrahlung Blasen an lichtexponierten Arealen ent-
    stehen. Wir benutzen diesen Grundzug mittlerweile künstlich im Rahmen der Photodynamischen Therapie (Leistungsspektrum: photodynamischetherapie)

    Die Dupuytren´sche Kontraktur zeigt sich durch Knoten-
    bildung und Verdickungen der Hohlhand. Ähnliche Phänomen werden im Bereich der Fußsohlen und des Penis gesehen.

    Hauterkrankungen wie die Psoriasis (Schuppenflechte) werden durch Alkoholkonsum verschlechtert, nicht unbedingt nur bei Alkoholkranken!

    Bierallergie
    Bier enthält einen hohen Anteil an Histamin. So enthält Kölsch und Weizenbiere die höchste Konzentration an Histamin, welches allergische Reaktionen und Intoleranzen aller Arten initiieren kann. Darüberhinaus enthalten Bier-
    sorten Spritzmittelrückstände des Hopfens, Hefe, Schimmel-
    pilztoxine, Nitrate und Schwermetalle.

    Diese Einzelsubstanzen können entweder per se (Lipid-
    transferproteine), über Kreuzreaktionen mit Sommerkräutern oder über Beeinflussung der Toleranz ein Allergiegeschehen auslösen.

    Weinallergie
    Eine echte Weinallergie ist selten. Häufig handelt es sich um eine Intoleranzreaktion bei genetisch bedingtem gestörtem Abbau des Alkoholes (Acetaldehyddehydroge-
    nase) und/oder des Histamines (Diamino-
    oxydase).
    Hierbei finden wir eine allergische flush-
    artige Reaktion des Gesichtes und des
    Weintrauben

    Halses, Nasenlaufen sowie asthmatische Probleme nach Genuss von Alkohol, Aspirin und/oder Konservierungs-
    mitteln.

    Der Gehalt an Histaminen in Weinen ist sehr verschieden: Champagne, Bordeaux und Chianti enthalten viel, Chardonnay und Pinot Noir entahlten wenig Histamin. Bei Weisswein werden zusätzlich asthmatische Symptome durch den höheren Gehalt an Sulfiten hervorgerufen.
    Und schließlich enthalten Weine Rückstände von Schimmel-
    pilzen (Botrytis cinerea) und Farbstoffe, auf die allergische Reaktionen möglich sind.

    Allergiekranken Menschen, insbes. Asthmakranken, ist zu empfehlen, den Alkoholgenuss zu reduzieren, da mit zunehmenden Alkoholkonsum eine Allergieauslösung (Sensibilisierung) auf Umweltallergene zunimmt.

    Kommen wir auf das Zitat von Paracelsus zurück und lassen die Seele baumeln bei einem guten Glass Wein und ge-
    legentlicher Zigarre.

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