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  • Informatives: Allergologie - Indoor (Innenraum)
    Die allgemeine Heuschnupfen-Zeit des Frühjahres bis Spät-
    sommers ist längst vorüber - aber der lästige Schnupfen, das Augenjucken und/oder der Husten plagen Sie weiter?
    Sie haben die Beschwerden morgens nach dem Aufwachen, beim Bettenmachen, Staubsaugen, Pflanzengießen oder bei Tierkontakt?

    Neben den "Outdoor" -Allergenen der Pollen kommt den "Indoor"- Allergenen immer grössere Bedeutung bei aller-
    gischen Erkrankungen zu.

    Hier eine Auswahl der Innenraumallergene:
  • Hausstaubmilben
  • Tierhaare, Tierhautschuppen
  • Schimmelpilze
  • Zimmerpflanzen (z.B. Ficus benjamina)
  • 1. Hausstaubmilben
    Milbe Hausstaubmilben sind sehr kleine Spinnen-
    tiere. Mit ca. 0,2 mm Größe sind sie mit bloßem Auge nicht erkennbar.
    Sie bevölkern bevorzugt Bettenmatratzen, Teppiche und Polstermöbel. In diesen Materialien finden die Milben ihre Nahrung, die menschlichen Hautschuppen.

    Allergisierend für den Menschen sind hierbei nicht die Milben an sich, sondern deren getrocknete Kotballen. Diese sind ausserordentlich schwierig aus o.g. Materialien zu entfernen.

    Hausstaubmilben können Auslöser für folgende Erkrankungen und Symptome sein:
  • Conjunctivitis allergica (allergische Augenentzündung)
  • Rhinitis allergica (allergischer Schnupfen, Heuschnupfen)
  • Sinusitis allergica (allergische
        Nasennebenhöhlenentzündungen)
  • Asthma bronchiale allergicum (allergische
        Lungenerkrankung)
  • Atopische Dermatitis (Neurodermitis) als verzögerte
        Soforttyp-Allergie

    Wird bei Ihnen eine durch eine Hauttestung oder Blutunter-
    suchung eine für die Krankheit relevante Hausstaubmilben-
    Allergie diagnostiziert, bieten sich verschiedene therapeutische Ansätze an:
    1. Allergenkarenz:
        Das oberste Gebot einer Allergiebehandlung ist das Fort-
        lassen/Meiden der Antigene, Hierzu haben sich Schutz-
        bezüge für Bettenmatratzen (sog. encasing) etabliert. Als
        Schutzbarriere aus einem Baumwolle/Polyester-Misch-
        gewebe halten sie ähnlich dem Goretex-Verfahren die
        Allergene von Ihnen fern. Der Anschaffungspreis kommt
        dem einer neuen Matratze gleich, die Lebensdauer
        ebenfalls. Beachten Sie, daß auch Allergiker-freundliche
        Matratzen häufig Materialschichten besitzen, in die sich
        nach kurzer Zeit Hausstaubmilben einnisten.

        Eine Renovierung steht bevor? Bitte denken Sie dann an
        glatte Fußböden (Stein, Holz, Kork). Weiterhin sollten
        schwere Vorhänge (Staubfänger!) fortgelassen werden:
        Bei neuen Möbelanschaffungen bieten sich Ledermöbel
        an, da hier eine Hausstaubmilbenbesiedlung seltener ist.

        Für die Hausreinigung bieten sich neuartige Staubsaug-
        methoden wie die Wasserfilterung an, eine Filterung von
        99,99% aller Partikel über 0,3 µm werden versprochen.

    2. Acarizide:
        Gerne werden Sprays und Lösungen gegen Hausstaub-
        milben angeboten. Diese sind zunächst nur gegen die
        Spinnentiere wirksam, die oberflächlich in den Materialien
        leben. Gegen die Kotballen sowie Kolonien in der Tiefe
        natürlich nicht. Zusätzlich gibt es eine toxikologische Be-
        lastung durch die Sprays selber, sie reichern sich in der
        Nahrungskette an. Summa summarum sind diese
        Hilfsmittel als wirkungsarm einzuschätzen.

    3. Symptomatische Therapieverfahren:
        Hier bietet sich die Einnahme von zellwand-
        stabilisierenden oder antiallergischen Medikamenten an.
        Die neueste Generation der Antiallergica besitzt nahezu
        keine Nebenwirkungen mehr. Deshalb können diese
        Antihistaminika auch über einen längeren Zeitraum
        bedenkenlos eingenommen werden.

    4. Allergenspezifische Immuntherapie (SIT):
        
    Das eleganteste Therapieverfahren liegt in der
        spezifischen Immuntherapie (SIT, frühere Bezeichnung:
        Hypo- oder Desensibilisierung) begründet. Dabei werden
        kleinste Mengen der auslösenden Allergene in reinster
        Lösung unter die Haut injiziert. Ebenfalls hochwirksam ist
        die neueste Generation von Lösungen, die jeden Morgen
        unter die Zunge gebracht werden, genannt sublinguale
        Immuntherapie (SLIT); wir verwenden sie gerne bei un-
        lösbaren Terminproblemen, längeren Auslandsaufent-
        halten oder Injektionsängsten.

         Nach ausreichend langem Therapieintervall der SIT und
        SLIT wird eine Toleranz Ihres Immunsystemes erreicht,
        gleichbedeutend mit einer Heilung! Eine Linderung Ihrer
        Beschwerden, ein Rückgang der Arzneimitteleinnahme
        und eine Reduzierung Ihrer Erkrankungen und Arbeitsun-
        fähigkeiten ist die gewünschte Folge, Folgeerkrankungen
        sind ausgeschlossen.

    In dem Falle, daß Sie Ihr Immunsystem weiterhin mit der Allergie unbehandelt konfrontieren, droht gerade bei der Hausstaubmilben-Allergie als Folgeerkrankung ein ge-
    fährlicher Etagenwechsel in bis zu 40% der Fälle - hier lauert eine Erkrankung mit krankhafter Überempfindlichkeit der Atemwege und spastischen Verschlüssen, die als Atemnot empfunden werden:
    Das ASTHMA BRONCHIALE
  • 2. Tierhaare
    Allergiker leiden oftmals leiden oftmals auch an Tierhaar-
    Sensibilisierungen! Dieses führt zu Heuschnupfenähnlichen Symptomen oder allergischen Hautreaktionen. Doch nicht nur nach direktem Kontakt zum Tier! Tierhaare kommen ubiquitär auf unserem Globus vor. Allergologische Arbeitskreise fanden erstaunlicherweise in der Antarktis nicht nur Hausstaub-
    milben, sondern auch Katzenhaare in relevanten Konzen-
    trationen vor. Studien aus tierfreien Wohngebieten be-
    stätigen dieses Ergebnis.

    Deshalb muss nun auch den Katzen-
    haaren
    eine Rolle zugeschrieben werden, die bisher nur für Hausstaubmilben be-
    kannt war. Ihr ubiquitäres Vorkommen verpflichtet den Allergologen zur Auf-
    klärung umwelthygienischer Aspekte.
    Auch die Katze des Nachbarn, der Sitz-
    Katze
    partner Ihrer Kinder oder Ihr Kollege am Arbeitsplatz können bei Ihnen Symptome auslösen.
    Hund Auch Hundehaare bewirken oftmals v.a. bei zu Allergien neigenden Menschen Gesundheitsprobleme. Jucken der Augen, Nasenlaufen, Niesreiz, Hautausschlag und gerade Reizungen der Atemwege bis hin zu Asthma bronchiale. Gehen Sie bei diesen Problemen Ihrer Kinder oder Ihrer
    selbst den Dingen auf den Grund; ein Allergietest beim Allergologen dauert nur 20 Minuten!
    Pferdehaar-Allergien führen Pferdelieb-
    haber oftmals zur Verzweiflung. Ein jahre-
    langes Hobby und die enge Beziehung zum Pferd sollen wegen Gesundheits-
    problemen aufgegeben werden? Eine Chance bietet hier die Vereinigung der Curly-Horses. Es handelt sich hier um die
    Pferd
    Zuchtmassnahme einer Pferderasse, auf die Allergiker nicht mehr reagieren sollen.

    Eine Studie der Universität Aachen ergab, daß Curly Horses nicht nur weniger allergene Proteine in ihren Hautschuppen haben, sondern diese auch qualitativ anders zusammen-
    gesetzt sind als bei anderen Pferderassen
    (www.curly-horses.info/www.curly-horses-info.de).

    Denken Sie bei Symptomen auch an andere Allergene des Pferdestalles, wie Gräser, Getreide, Schimmelpilzen, Haus-
    staubmilben, Mäusen, Katzen etc.. Der Test wird es zeigen!
    3. Schimmelpilze
    Schimmelpilze befallen häufig feuchte Räume mit einer Mindesttemperatur von 10°C. Es zeigen sich sog. Stockflecken in Mauern, Leisten, Tapeten, etc. Ein Schim-
    melpilzbefall kann aber auch zunächst scheinbar unsichtbar bleiben; so kann er sich hinter einer Holztäfelung, in Zwischen-
    Schimmelpilz
    wänden oder hinter Möbeln ausbreiten.

    Umweltambulanzen haben sich darauf spezialisiert, in Ge-
    bäuden derartig versteckten Schimmelpilzbefall aufzuspüren.

    Auch Nahrungsmittel oder Genußmittel (Wein und Bier) be-
    inhalten oder beherbergen häufig Schimmelpilze.

    Symptome einer Schimmelpilz-Allergie können sein: Augenjucken, Heuschnupfen, Asthma, Kopfschmerzen, Übel-
    keit, Erbrechen, Durchfallerkrankungen, atopische Dermatitis (Neurodermitis).

    Hat man den Verdacht, an einer Schimmelpilz-Allergie zu leiden, sollte Ihr Allergologe einen Haut- und Bluttest auf eine Schimmelpilz-Sensibilisierung durchführen. Ist dieser Test positiv, beginnt häufig erst die Suche nach der "feuch-
    ten Stelle" mit nachfolgenden teils umfangreichen Sanier-
    ungsmaßnahmen. Auch eine spezifische Immuntherapie kann initiiert werden.
    4. Zimmerpflanzen
    Ficus Ficus benjamina hat sich in Büro- und Wohnungsräumen als Grünpflanze fest etabliert. Diese Birkenfeige produziert einen milchigen Latexsaft, der allergie-
    auslösend wirkt.


    Rötung und Juckreiz der Augen, Fließschnupfen, Nies-
    attacken, Haut-ausschläge sind die Folge auch des in-
    direkten Kontaktes. Nach erfolgreicher Diagnose durch Ihren Allergologen gehört diese Pflanze natürlich entfernt! Spezial-
    reinigungen müssen folgen. Vorsicht vor Kreuzallergien gegen Latex!
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