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| Informatives: Allergologie-Nahrungsmittel-Allergien |
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Patienten berichten
häufig über Unverträglichkeiten
ge- genüber bestimmten Nahrungsmitteln.
Dabei werden unter diesem Begriff jedoch sowohl
Allergien im engeren Sinne wie auch Unverträglichkeitsreaktionen/
Intoleranzen und Pseudoallergien zusammengefaßt.
Durch Erhebung der genauen Krankengeschichte
und aller- gologischen Austestungen können
die Diagnosen unter- schieden werden. Dieses
macht Sinn, da unterschiedliche Therapieregimen
und Prognosen daraus erwachsen. |
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| 1.
Nahrungsmittel-Allergien |
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Die Häufigkeit
der echten Nahrungsmittel- Allergien liegt
in der Gesamtbevölkerung bei ca 8-12%. Bei
Kindern mit atopischer Dermatitis (Neurodermitis)
wird die Häufig-
keit allerdings schon mit bis zu 56% ange- geben. |
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Die klinische Symptomatik erfasst:
Orales Allergiesyndrom (OAS): Unmittelbar
nach Genuß
des Nahrungsmittels
entsteht Juckreiz an den Lippen,
Zunge, der Mundhöhle
und des Gaumens.
Haut: Juckreiz, Nesselsucht, Schwellungen
im
Gesichtsbereich
(Quincke-Ödem)
Rhinoconjunctivitis allergica: Klassische
Symptome eines
Heuschnupfens
Lunge: Atemprobleme bis hin zu Asthma
Kreislaufreaktionen bis zum Schock
Die Häufigkeit
der verantwortlichen Nahrungsmittelaller- gene
hängen von den
Ernährungsgewohnheiten einzelner
Länder ab.
Hier in Deutschland
finden wir v.a. Allergien auf:
Obst: Äpfel, Pfirsiche, Bananen, Kirschen,
Kiwi
Gemüse: Sellerie, Karotten, Kartoffeln,
Soja, Tomate
Kuhmilcheiweiß (Kasein, Alpha-Laktalbumin,
ß-Laktoglobulin):
Nicht zu verwechseln mit der Laktose-
Intoleranz!
Hühnereiweiss
Nüsse: Haselnüsse, Walnüsse, Paranüsse,
Erdnüsse
(Familie der Leguminosae
= Hülsenfrüchte, also streng
genommen keine Nuss!)
Ebenso wie auf die Erdnuss findet sich die
Sojabohne als "verstecktes Allergen" in
vielen Nahrungsmitteln, da sie ein billiges
Füllmittel darstellen. So finden sie sich
in einer Vielzahl von Süssigkeiten, Schokolade,
Backwaren und Eis.
Fisch+Meerestiere: Kabeljau, Thunfisch,
Lachs, Dornhai,
Muscheln, Krabbe,
Hummer, Garnele.
Diagnostik
Neben längeren Gesprächen
gehört die allergologische Austestung
zum Kernpunkt der Diagnostik.
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Hierbei werden
im Rahmen von Haut-
testungen (Prick-, Scratch-
oder Reibetest)
hochgereinigte Allergene auf die Haut ge-
bracht; nach ca. 20 Minuten kann das Er-
gebnis abgelesen werden. Ein erweitertes
Spektrum und objektivere Resultate liefern
uns anschliessende Untersuchungen aus
dem Blut (sog. RAST-Test). |
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Therapie
Natürlich muss das auslösende
Allergen gemieden werden, da auch schwere
Reaktionen wie Schock
drohen.
Bei häufig vorkommenden Allergenen (Erdnuß,
Ei, Milch) ist eine Eliminationsdiät
jedoch häufig nicht durchführbar,
be- sonders bei Berufstätigen, die ihre
Mahlzeit in Restaurants oder Kantinen einnehmen
müssen. Hier empfiehlt sich die Einnahme
von Dinatriumchromoglycinsäure in Kombination
mit einem Anthistaminikum der neuen Generation
zur Unter- drückung der Symptome.
2. Kreuzreaktionen
Die pollenverwandte Nahrungsmittelallergie
ist die häufigste Allergie gegen Lebensmittel.
Ursache sind ähnliche Struktur- en der Eiweissbeschaffenheiten.
So kennen wir die Auslösung des Heuschnupfens
durch Kon- sum der kreuzreagierenden
Nahrungsmittel!
Welche sind das? A.
Birkenpollen: Hier
reagieren Allergiker vielfach auf rohes Kern-
und
Steinobst. An der
Spitze steht der Golden Delicious-Apfel.
Auch Nüsse und
Kiwis können Probleme machen.
B. Gräser- und
Getreidepollen: Vorsicht
vor Getreide, Hülsenfrüchten (auch
Erdnüsse)
und Nachtschattengewächsen
wie Tomaten, Paprika,
Kartoffeln.
C. Sommerkräuter,
z.B. Beifuss: Wir
kennen das Sellerie-Karotten-Beifuss-Gewürz-
Syndrom, welches Allergiker
insbes. beim auswärtigen
Essen behindert und
den Kauf von Fertiggerichten ver-
kompliziert.
D. Hausstaubmilben:
In der Literatur werden
wiederholt Kreuzreaktionen auf
Schnecken, Muscheln,
Austern, Garnelen oder Krabben
beschrieben
E. Latex:
Die Latex-Allergie
nimmt weltweit an Häufigkeit zu. Hier
kreuzreagieren
Früchte und Gemüse: Avocado, Bananane,
Kiwi, Papaya,
Melone, Birne, Feige,
Passionsfrucht, Kastanie
Sonstige: Ficus benjamina
(Informatives:
allergologie-indoor), Gummihandschuhe,
Kondome
F. Ragweed:
Bei uns als
kommendes Allergen des nächsten Jahrzehnt
erwartet, spielt
das Traubenkraut in den USA und süd-
lichem Europa (Ungarn)
eine bedeutende Rolle in der Aus-
lösung von
Heuschnupfen und Kreuzreaktionen auf
Banane, Melone und
Curry.
Wie können Sie sich
vor kreuzreagierenden Nahrungsmittelallergenen
schützen?
Durch intensive Verarbeitung wie
feines Raspeln, Garen, Kochen und Backen
kann die allergene Struktur verloren gehen
und die Nahrungsmittel vertragen werden.
Die beste Therapie besteht jedoch in der
Karenz des Lebensmittels und der Immuntherapie
SIT
(Informatives:
Allergologie-Pollen)
Was bedeutet dieses
für Ihre Allergie-Beschwerden?
Denken Sie daran, dass Ihr Heuschnupfen
auch ausserhalb der Pollenflug-Saison durch
den Genuss von Lebensmitteln hervorgerufen
werden kann.
Durch eine Immuntherapie
gegen das Leitallergen, welches bei Ihrer
spezifischen Immuntherapie schon verwendet
wird, heilt häufig gleichzeitig Ihre
Kreuzallergie auf die Lebensmittel aus (Informatives:
Allergologie-Pollen).
Allerdings kann diese als Kribbeln oder
Anschwellung der Speisewege bestehen bleiben,
auch wenn Ihr Heuschnupfen längst geheilt
wurde!
Hier bieten sich dann die Eliminationsdiät
und/oder die kom-
binierte Einnahme von Dinatriumchromoglycinsäure
und Anti-
histaminika an. Bei bekannten schweren Reaktionen
ist das Mitführen eines Notfall-Sets
(Antihistaminikum, kortisonhal- tige Trinklösung,
Adrenalin) ratsam.
3. Pseudo-Allergie
Bei sog. pseudoallergischen Reaktionen,
auch Intoleranz-
phänomen genannt, läuft die allergologische
Reaktion gleich ab wie bei echten Nahrungsmittelallergien
oder Kreuzreak-
tionen. Immunologisch steckt jedoch ein
anderer Mechanis- mus dahinter. Die Unterscheidung
ist wichtig hinsichtlich Ihrer Therapie
und Prognose!
A. Biogene Amine
Nahrungsmittel
mit hohem Histamingehalt führen regel-
mässig bei
dafür empfänglichen Menschen zu
Unver-
träglichkeitsreaktionen.
Hier sind v.a. zu nennen:
Fisch: Thunfisch, Sardine, Sardelle
Käse: Harzer Käse, Stilton, Tilsiter,
Camembert, andere
reife+würzige Sorten
Wurst: Schinken, Osso collo, Salami
Gemüse: Sauerkraut, Spinat, Tomaten(ketchup)
Akoholika: Wein (Informatives:
Genussmittel + Haut),
Champagner, Sekt,
Bier.
Therapeutisch empfehlen sich Eliminationsdiäten
und Anti- histaminika eine Stunde vor Genuss.
B. Lebensmittel-Additiva
Gibt es "Allergien"
auf Zusatzstoffe?
Das "Nein" wird
Sie verwundern. Wir Allergologen
sprechen bei Überempfindlichkeiten
auf Lebensmittel-
Zusatzstoffe oder
auf Schmerzmittel nicht von einer
Allergie, sondern
von einer "Pseudo-Allergie" oder auch
"Intoleranz".
Wichtig ist hierbei, daß bei der Überempfind-
lichkeit Antikörper-Antigen-Reaktionen,
die eine Allergie
kennzeichnen, nicht
stattfinden. Die Substanz selbst ist
im Stande, histaminausschüttende
Zellen zu schädigen.
Dabei gilt: Je mehr
Zusatzstoff, desto schlimmer die
allergische Reaktion.
Wie (un)gesund sind Zusatzstoffe?
Grundsätzlich
dürfen Zusatzstoffe nicht gesundheits-
schädlich sein,
doch kann nicht jedes Risiko ausge-
schlossen werden.
V.a. über das Zusammenwirken der
unterschiedlichen
Stoffe und über Wechselwirkungen mit
Umweltgiften, Schädlingsbekämpfungsmitteln
und Arznei-
mitteln ist nur
wenig bekannt. Individuelle Empfindlich-
keiten können
zu Allergien oder anderen Krankheitser-
scheinungen führen.
Dabei treten die Symptome oft erst
bei höheren
Dosierungen auf.
Zu
den Zusatzstoffen zählen im Einzelnen:
Farbstoffe
Geschmacksverstärker
Zuckeraustauschstoffe
Verdickungs- und Geliermittel
Konservierungsstoffe
Stabilisatoren
Antioxidantien
Vitamine
Gleichzeitig mit
einer allergologischen Austestung auf
diese Intoleranzen
empfiehlt sich die Beachtung von
Intoleranzen auf
Arzneimittel, hier insbes. Acetylsalicyl-
säure (Aspirin).
Wir kennen häufig Kombinationen,
beispielsweise das
Aspirin-Additiva-Intoleranz-Phänomen.
Einige allgemeine
Tipps zum Meiden von Zusatzstoffen:
Überprüfen Sie die Zutatenliste auf der
Verpackung,
lassen Sie sich
nicht von etwaigen Aufdrucken wie "aus
der Natur" oder
"Biologisch" blenden!
Lassen Sie Produkte, deren Rohstoffe stark
verarbeitet
sind, gezielt im
Regal stehen. Besser ist z.B. Fruchtsaft
anstatt Limonade
mit Farbstoffen.
Nutzen Sie den Hinweis auf der Umpackung:
"Ohne
Konservierungsmittel"
. Fehlt dieser Hinweis, sind auch in
einem "Naturjoghurt"
Zusatzmittel enthalten!
Bereiten Sie viele Speisen selbst zu (z.B.
Salatsoßen,
Puddinge, Kartoffelbrei,
Quarkspeisen).
Kaufen Sie selten Produkte mit Aromastoffen
oder
Geschmacksverstärkern
(Achtung: In einigen
Gewürzmischungen
finden Sie Geschmacksverstärker!)
Essen Sie möglichst nur ungefärbte Lebensmittel
oder
solche, die natürliche
Farbstoffe (z.B. Fruchtmark)
enthalten.
Beschränken Sie den Verzehr von gepökelten
Fleischwaren. Grillen
Sie selten Gepökeltes (Nitrosamine
erzeugen Krebs).
Essen und trinken Sie möglichst selten
mit Süßstoff
gesüßte Fertigprodukte
oder Getränke.
Fragen Sie auch bei unverpackten Lebensmitteln
(Brot,
Käse, Wurst) nach
den Inhaltsstoffen. Bäcker verwenden
häufig Fertigmischungen
mit Zusatzstoffen.
Bevorzugen Sie trockene rote Weine. Sie
enthalten
weniger Schwefeldioxid
als süße weiße Weine.
(Informatives:
Genussmittel + Haut).
Nach Identifizierung
des Auslösers im Hauttest werden
mit Ihnen Eliminations- oder Reduktionsdiäten
besprochen, schriftlich fixiert und Probleme
im Umgang mit diesen dis- kutiert. Gerade
bei Patienten, die an Erkrankungen des allergischen
Formenkreises leiden (Neurodermitis, Asthma)
wirken sich diese diätetischen Massnahmen
in hohem Masse positiv aus. Therapeutisch
können auch Kapseln mit Dina- triumchromoglycinsäure
in Verbindung mit Antihistaminika weiterhelfen. |
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